ICE Schnellfahrstrecke Nürnberg - Ingolstadt

8. April 2006
Aktive
Die Feuerwehr Hepberg ist seit Inbetriebnahme der ICE Strecke Nürnberg - Ingolstadt für gleich drei Notausgänge in drei Verschiednen Tunnels zuständig. Am Anfang des Jahres 2006 fanden deshalb in allen Tunnels im Landkreis Eichstätt umfangreiche Tunnelübungen statt. Die Hepberger Wehr wurde von der deutschen Bahn mit Langzeit Atemschutzgeräten, Funkgeräten usw. speziell für die Tunnel ausgestattet. Ein Tunnel (Tunnel Geisberg) liegt direkt auf dem Gemeindegebiet Hepberg.

Tunnel Geisberg
Mit einer Länge von 3289 m (Strecken-km 78,085 bis
 81,374) ist er der drittlängste der neun Tunnel der Strecke. Der einröhrige Tunnel nimmt zwei Gleise in fester Fahrbahn auf, die planmässig mit 300  km/h befahren werden können.
Dem Südportal ist ein Trogbauwerk ab Km 81,8 vorgelagert.
Der Fahrtunnel verfügt über insgesamt vier Notausgänge, wobei jeweils zwei Notausgänge über ansteigende, begehbare Parallelstollen von 114 und rund 150 Metern Länge miteinander verbunden sind. Die Stollen führen zu zwei Notausgangs-Schächten (NA1 und NA2) mit Wendeltreppen mit einer Höhe von 24 und 40 Metern. Letzterer wurde zusätzlich mit einem Aufzug ausgerüstet. Die Sicherheitsbeleuchtung ist im Normalfall ausgeschaltet. Die Feuerwehr Hepberg ist hier zuständig am NA1 und zusammen mit der Feuerwehr Wettstetten am NA2.

Tunnel Stammham
Der Tunnel unterquert die Bundesautobahn 9 bei Stammham und trägt daher seinen Namen. Mit einer Länge von 1320 m (Strecken-km 76,015 bis 77,335) zählt die Röhre zu den kürzeren der neun Streckentunnel.
Der einröhrige Tunnel nimmt zwei Gleise in Fester Fahrbahn auf, die planmässig mit 300 km/h befahren werden können.
Ein Notausgang führt aus dem Fahrtunnel über einen Schacht ins Freie. Die Sicherheitsbeleuchtung ist im Normalfall ausgeschaltet. Die Feuerwehr Hepberg ist hier zuständig am Notausgang (NA1) zusammen mit der Feuerwehr Stammham

Tunnel Irlahüll
Der Irlahülltunnel ist der zweitlängste Eisenbahntunnel der Neubaustrecke. Seinen Namen hat er von der Ortschaft Irlahüll, welche der Tunnel unterquert.
Mit einer Länge von 7260 Metern (Strecken-km 59,564 bis 66,824) ist er der fünftlängste in Betrieb befindliche Eisenbahntunnel in Deutschland.
Die Röhre nimmt zwei Gleise in Fester Fahrbahn auf, die planmäßig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h befahren werden können. Die Gleise im Tunnel sind mit Liakustik-Schallabsorbern ausgekleidet, um den Tunnelknall zu vermeiden.
Das Bauwerk ist mit neun Notausgängen ausgestattet, die in drei Stollen und zwei (vertikale) Schächte mit einer Höhe von 34 bzw. 49 Metern und je einem Aufzug nach aussen führen. Zusammen mit Parallelstollen wurden 2.960 Meter Rettungsstollen angelegt. Die Sicherheitsbeleuchtung ist im Regelbetrieb ausgeschaltet. Die Feuerwehr Hepberg ist ist hier zuständig am NA6 (Notausgang bei Gelbelsee) zusammen mit der Feuerwehr Denkendorf und der Feuerwehr Gelbelsee.

Außer den drei Tunnels ist die Feuerwehr Hepberg auch zuständig bei mehreren “freien” Strecken der ICE Strecke

ICE Tunnelübung im Geisbergtunnel Pressebericht vom April 2006:
“Aufgrund eines technischen Defekts, dessen Ausmaße nicht bekannt sind, bleibt ein ICE Zug im Geisberg-Tunnel  stehen.“
Dieses war die Ausgangslage der letzten Großübung der Feuerwehren Stammham unter der Leitung von KBM Josef Knabl, Hepberg unter KBM Franz Waltl, Wettstetten unter Kommandant Walter Böhm und Lenting unter der Leitung von KBM Alois Girtner, zu denen sich später noch die Feuerwehr Kösching dazugesellte. Einsatzleiter war KBI Bernhard  Sammiller, und auch Kreisbrandrat Alois Strobl ließ es sich nicht nehmen, bei dieser wirklich realistischen Einsatzübung dabei zu sein. Das Landratsamt (FÜGK), die UGÖEL, das BRK, das THW, der MHD und das KID (Kriseninterventionsteam) waren ebenfalls mit beteiligt. Nach einer kurzen Besprechung im Feuerwehrhaus Lenting wurde gegen 9.20 über Funk Alarm ausgelöst. Die beteiligten Wehren nahmen in kurzer Zeit ihre Positionen am 3289 m langen Tunnel ein. So waren die Stammhamer für das Nordportal und die Lentinger für das Südportal des Geisbergtunnels zuständig, während sich die Hepberger um den Notausgang 1 und die Wettstettener um den Notausgang 2 zu kümmern hatten. Bei herrlichstem Frühlingswetter verlief die Einsatzübung fehlerfrei, und es wurden aus dem Nordportal ein ,,Verletzter“ und aus dem Südportal neun Personen, davon sechs ,,verletzte“ gerettet. Beim Notausgang 2 waren es sieben, drei mit Verletzungen, und der Rekord war im Nordausgang 1 zu verzeichnen, wo nicht weniger als 18 Personen gerettet wurden, zum Glück aber nur sieben ,,verletzte“, die anderen elf waren – wie es im Feuerwehrjargon so schön heißt - ,,gehfähig“. Nachdem schließlich alle ,,Verletzten“ von den anwesenden Hilfsorganisationen versorgt waren, traf man sich zu Schlussbesprechung wieder im Lentinger Feuerwehrhaus, und es war außer einigen wenigen Kritikpunkten nur Lobenswertes zu hören. Fazit des Ganzen war: Wenn es in einem Ernstfall – den sich sicher keiner wünscht – auch nur annähernd so gut klappt, braucht uns um unsere Feuerwehren nicht bange zu sein. Ein gemeinsames Mittagessen aller Beteiligten beendete einen interessanten und lehrreichen Vormittag.